Traveling Shapy – Reiseblog

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Reiseziel: Römische Aquädukte – der Pont du Gard in Frankreich

Nach den entspannten Tagen an der Côte d’Azu wollten wir weiter die Küste entlang fahren. Unser Ziel für den heutigen Tag hieß „Pont du Gard“ – ein von den Römern erbautes Aquädukt das zu den Highlights von Frankreich gehören soll. Das wollten wir uns auf unserer Durchreise natürlich nicht entgehen lassen, packten unsere 7 Dinge ein und fuhren los. Wer sich für römische oder allgemein antike Bauwerke interessiert, ist hier jedenfalls richtig. Doch auch für alle anderen sicherlich interessant. Ich habe für euch ein paar Infos, Bilder und natürlich eigene Eindrücke zusammen gesammelt:

Also ab ging die Post durch die Provence und ihren mediterranen Flair. Vorbei an Weinfeldern, kleinen Bergen und beige gestrichenen Dörfern kamen wir unserem römischen Reiseziel ein Stück näher.

Kurz hineinversetzt in antike Zeiten..

Pont du Gard mit Fluss Garde und Steinfelsen und Bäumen drum herum

Pont du Gard beim Fluss Garde.

Angekommen in der Nähe des Pont du Gards suchten wir uns erstmal einen Rastplatz. Auf dem Weg dorthin wurde uns gesagt, dass der Eintritt für Fußgänger kostenlos ist und so war es dann auch. Die paar Meter zu Fuß waren es dann auch wert. Mein erster Gedanke vor dem Aquädukt war „wow ganz schön groß“.

Anders als ich erwartet hatte, ist die Pont du Gard Brücke größer als ich es von den Bildern im Netz gedacht hätte. Vielleicht kennt ihr das ja auch – ihr habt ein Bauwerk oder allgemein irgendeine Sehenswürdigkeit schon 1000 mal im Netz oder sonst wo gesehen, aber als ihr davor standet, machte sich kurz so ein Gefühl von „hmm, irgendwie flasht mich das nun doch nicht“ breit?! So erging es mir mal beim Big Ben in London.. jedenfalls war es dieses mal nicht so. Wobei man dazu sagen muss, dass die tolle Natur drum herum den ganzen Ausblick sehr abrundet. Es kitzelte auch gleich in meinen Fingern um ein paar tolle Fotos zu schießen. Davor nutzten wir aber noch die Gelegenheit aus und kühlten uns im darunter gelegenen Fluss Garde ab. :) Zudem wird es abends durch ein Lichtspiel zu einem echten Highlight, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten.

Was ist eigentlich ein Aquädukt?

Bzw. was kann es?

Der oder auch das Aquädukt ist ein errichtetes Bauwerk aus antiken Zeiten, welches als Wasserleitung diente. So konnten damals die antiken Städte mit Wasser versorgt werden. Am bekanntesten sind dabei die Aquädukte der Römer. Um das Ganze etwas veranschaulichender zu machen, drehen wir Zeit ein paar Jahrhunderte zurück…

Wie alles entstand..

Etwa im Jahr 19 vor Christus bekam ein Feldherr namens Agrippa von seinem Schwiegervater und gleichzeitig Kaiser Augustus eine knifflige Aufgabe, die fast zu schwer zum Lösen schien: die Aufgabe bestand darin, eine Wasserleitung vom Fluss bei Uzés bis zur Stadt Nimes zu bauen. Die Bevölkerung in und rund um der Stadt Nimes brauchte schließlich eine verlässliche Wasserversorgung, nur war die nächste Wasserquelle durch einen Tal getrennt.

So war also dann das Architekturgeschick von Agrippas gefragt, um das nicht wenig komplexe Konstrukt zu bauen, welches das Tal überqueren soll. Viel Arbeit, Zeit und Mühe später konnte das Konzept des „Pont du Gard“ Schritt für Schritte seine erste Form annehmen. Zum Vorteil der Römer damals: das Rad musste nicht neu erfunden werden – denn die damalige Brückenbaukunst war schon entwickelt. Der charakteristische Rundbogenbau für die Aquädukte schauten sich die Römer von den Etruskern ab, dennoch erforderte diese Brücke seine Mühen..

Pont du Gard ist eine Brücke der Superlative

Die Rundbogenform war dafür bekannt, dass sie stabiler als eine Bauweise mit senkrechten und waagerechten Trägern ist, dennoch konnten die Römer die enormen Einwirkungen, die der Pont du Gard auf sich lasten hatte nicht genau kalkulieren. Also verließen sie sich auf Erfahrungswerte und statteten den Aquädukt mit höherer Materialstärke aus. Dennoch war der Bau ein kleines Risiko.. normalerweise hatten die Aquädukte im unteren Stockwerk eine Spannweite von 4-5 m, bei diesem Aquädukt ist diese mit 15 – 24 m fast vier mal so breit.

Nicht verpassen: bridge over water on light

Das römische Aquädukt erstrahlt bei Nacht in vielen, bunten Farben

Bilder sagen mehr als 1000 Worte.. in dem Fall nicht, es gibt leider nicht den Effekt wie live wieder.

Zurück in die Gegenwart.. all die Informationen über die Bauweise etc., erzählte uns ein Architektur Kenner, dem wir dort begegneten. Er meinte auch, ich sollte.. falls ich darüber in meinem Blog berichte.. unbedingt ein paar Infos einbringen. Deswegen hab ich euch weiter unten eine Liste zu Infos und Fakten rund um den Pont du Gard bzw. römische Bauweisen zusammengestellt.

Geschichte und antike Bilder sind ja schon was tolles, toller ist es aber noch, wenn diese mit unserer modernen, heutigen Technik unterstützt wird. So war es bei der Lichtershow.. Es ist Wahnsinn wie viele verschiedene Lichter nachträglich an der Pont du Gard verbaut worden sind, da einem eine 30-minütige Lichtshow geboten wird. Auf den Bildern kommen die vielen, bunten Leuchteffekte nur nie so gut rüber wie in real. Wir saßen jedenfalls dort, jeder mit einem Bier in der Hand und genossen die leicht melancholische Stimmung, in die man dort gerne mal versetzt wird. Ob man dieses Farbspiel vielleicht als zu kindisch auffasst, muss dann trotzdem jeder für sich selbst entscheiden. Wir waren jedoch froh es nicht verpasst zu haben und konnten zufrieden ins Bett gehen.

„Nice to know“ über Pont du Gard

  •  Baukonstrukt grenzt an Weltwunder
    Der Pont du Gard it ein Musterbeispiel für das bekannte Ingenierusgeschick der Römer
    Warum? Die Brücke ist eine der stabilsten erbauten Werke, die es gibt und das ganz ohne genaue mathematische Berechnungen und ohne gängige Bindemittel. Wie das gehen kann? Das Kräfteverhältnis ist so konstruiert, dass sich die Brücke durch gegenläufige Druckschübe stabilisiert.
  • 900 | 3 | 500
    Etwa 900 Menschen haben 3 Jahre lang am Pont du Gard gebaut. 500 Jahre floss daraufhin Wasser durch das Innere der Brücke.
  • Der Bauherr Agrippa soll das Aquädukt selbst zur Fertigstellung nicht mehr erlebt haben
  • Beliebtes Ziel für Touristen
    Das Bauwerk gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO und ist eine der beliebtesten Attraktionen in FrankreichSprich: Eigentlich solltet ihr dort mal gewesen sein, wenn ihr in der Nähe seid

Für diejenigen, die eine Reise zum Aquädukt planen:

Öffnungszeiten

Die Brücke hat für die Besichtung ganzjährig geöffnet, im Winter ist aber nur das rechte Uffer offen. (Öffnungszeiten der Kulturangebote & Shops in grüner Schrift)

  • Mai – September: 7:30 bis Mitternacht
    Mai, Juni & September: 9-19 Uhr
    Juli, August: 9 – 20 Uhr
  • März, April & Oktober: 8 Uhr – 20 Uhr (9-18 Uhr)
  • November – Februar: 8:30 – 19 Uhr (9-18 Uhr)

Lage und Anfahrt

Ort des Pont du Gard: zwischen Remoulins (RN 100) u. Vers-Pont du Gard (D 81). Er liegt zwischen Nimes (ca. 27 km entfernt) und Avignon (ca. 21 km entfernt)

  • Für die Autofahrer: ihr müsst über die A9 fahren und bei Remoulins der Ausfahrt 23 rausfahren. Dann Richtung Uzés folgen und Beschilderung beachten. Beim Gardon-Ufer gibt es auf beiden Seiten einmal 800 und einmal 600 Parkplätze. Die Parkgebühren sind in den Eintrittspreisen mit drin.
  • Für die Zugfahrer: der TGV hat die Haltestellen bei Nimes und Avignon. Wer von Paris aus fährt braucht mit dem TGV knapp 3 Stunden bis nach Nimes.
  • Für die, die noch mehr Kultur mitnehmen möchten: ca. 10 Gehminuten des Pont du Gard wurde ein Museum und ein Besucherzentrum aufgebaut. Das Freiluftmuseum heißt „Mémoire de Garrigue“ und soll ganz gut sein..

Fazit der Reise

Es ist auf jeden Fall lohnenswert eine Reise zum Aquädukt zu starten. Das Lichterschauspiel kann auch weniger kulturell interessierte Reisende überzeugen. Ich kann nur empfehlen sich vorher ein wenig über das Geschichtliche bzw. allgemein über die Hintergründe zu informieren. So nimmt man das Bauwerk auch intensiver wahr und betrachtet es vielleicht auch detaillierter. Kurz gesagt: man sieht es mit anderen Augen. Wer gerne Fotos macht – ist hier richtig. Die Landschaft drum herum ist toll und bietet lohnenswerte Motive.

Nach dem Pont du Gard reisten wir weiter im Süden Frankreichs herum. Unser Roadtrip in Südfrankreich beinhaltete noch weitere Ziele wie den bereits öfters erwähnten Ort Nimes oder den Dünenstrand.

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